Der Transfer von Forschungsergebnissen in die unternehmerische Praxis gelingt selten von allein. Welche Mechanismen funktionieren und wo liegen die größten Hürden?
Der Transfer von Forschungsergebnissen in die unternehmerische Praxis gilt als eine der wichtigsten Aufgaben von Hochschulen – und gelingt doch nur in einem Bruchteil der Fälle wirklich. Die Gründe dafür sind vielschichtig.
Das strukturelle Problem: zwei Welten, zwei Logiken
Wissenschaft optimiert für Erkenntnis, Publikation und Replizierbarkeit. Wirtschaft optimiert für Marktreife, Skalierbarkeit und Return on Investment. Diese unterschiedlichen Logiken führen zu unterschiedlichen Zeitvorstellungen, Risikobereitschaften und Erfolgskriterien. Was aus wissenschaftlicher Sicht ein exzellentes Ergebnis ist, kann aus unternehmerischer Sicht noch jahrelange Entwicklungsarbeit bedeuten.
Mechanismen, die funktionieren
Persönliche Beziehungen sind der wichtigste Transferkanal. Forschende, die Unternehmen kennen und von Unternehmen gekannt werden, transferieren Wissen. Institutionelle Transferstellen allein sind dafür nicht ausreichend.
Anwendungsorientierte Forschungsagenden erhöhen die Transferwahrscheinlichkeit. Wenn Forschungsthemen in enger Abstimmung mit der Wirtschaft definiert werden, entsteht relevantes Wissen.
Prototypen und Demonstratoren überbrücken die Lücke zwischen Ergebnis und Anwendung. Etwas zu zeigen ist überzeugender als es zu beschreiben.
Was Hochschulen tun können
Forschungstransfer muss Teil der strategischen Agenda sein – nicht als Nebentätigkeit, sondern als Kernaufgabe. Das erfordert Anreizsysteme, die Transferleistungen honorieren, und Strukturen, die Kooperationen erleichtern.